5 Gründe warum es sich lohnt, seine Stärken UND seine Schwächen zu kennen

stärken Aug 16, 2020

Oft werde ich gefragt, ob es besser sei, seine Stärken zu stärken oder seine Schwächen zu minimieren. Die Antwort liegt im bewussten "Sowohl-als-auch". Deshalb teile ich heute

5 Gründe, warum es sich lohnt, seine Stärken UND seine Schwächen zu kennen.

1) Stärken zu stärken ist wie ein Produktivitätsbooster

Stärken zu stärken heisst, sich auf das zu konzentrieren, was uns leicht fällt, worin wir schneller sind als andere, bessere Ergebnisse erzielen und bei all dem auch noch Freude an der Aufgabe haben. Natürlich lohnt es sich da, sich seiner persönlichen Stärken bewusst zu sein und sie für sich und seine Ziele zu nutzen. Wenn du mit den Dingen starten würdest, die du gern machst und dir leicht von der Hand gehen- würdest du nicht viel produktiver sein?

2) Seine Stärken ständig weiter zu entwicklen, ist wie ein Dauer-Flow Erlebnis

Stärken basieren auf unseren Talenten. Talent zu haben ist eine sehr gute und dankbare Basis. Dies allein reicht jedoch nicht aus, um auch wirklich eine Stärke daraus zu machen. Dieses Talent muss geschliffen, weiterentwickelt ausgebaut, trainiert, verbessert und perfektioniert werden. Wer auf diesem Weg Freude an der eigenen Entwicklung empfindet, ist auf dem richtigen Weg sein gegebenes Talent zu nutzen und zur Stärke auszubauen. Das erhöht die persönliche Zufriedenheit deutlich und führt immer wieder zu Situationen, die fordern ohne zu überfordern. Es entstehen Situationen, die Rückmeldungen ermöglichen, die zum Weitermachen motivieren. Kennst Du diese Momente? 

3) Talente zu erkennen und keine Stärke daraus zu machen, kann eine befreiende Selbsterkenntnis sein

Möglicherweise gibt es Fertigkeiten, die du deutlich besser kannst als andere, sie dir aber keinen Spaß machen. Dies sind wahrscheinlich ebenfalls Talente. Talent allein genügt nicht. Wenn das Lernen, Weiterentwickeln, Trainieren und ständige Verbessern keine Freude bringt, wird aus Talent auch sehr unwahrscheinlich eine wirkliche Stärke werden. Nur weil man etwas kann, bedeutet es noch lange nicht, das man es auch gern tut. Dieser Unterschied  sollte zu einer bewussten Entscheidung führen - denn diese kann auch entlasten und so zeitlichen und emotionalen Raum für die Dinge entstehen lassen, die man wirklich verfolgen will. Welche Tätigkeiten gehen dir leicht von der Hand, machen dir aber keinen Spaß?

4) Schwächen sind „übersteigerte“ Stärken- sie zu kennen erhöht die Selbstkompetenz

In den meisten Fällen sind Schwächen „übersteigerte“ Stärken. Sie sind „Stärke extrem“ oder „übers Ziel hinaus geschossen“. Wenn eine Stärke in übertriebenen Maße gelebt wird, wird sie damit zur persönlichen „Falle“. Die Basis dieser menschlichen Qualität, wie Obmann sie nennt,  ist jedoch gut und  nützlich. Lediglich das Maß, in dem die Qualität gelebt wird, ist noch nicht das Richtige. Sich seiner „Falle“ bewusst zu werden und diese zu managen führt zu mehr Ausgeglichenheit und besserer Selbstkompetenz. Fällt dir spontan ein Moment ein, der auf diese Beschreibung passt?

5) Stärken sind Indikatoren für persönliche Kernkompetenzen

Rund 80% der Kompetenzen werden in informalen Lernprozessen erworben. Zu ihnen existieren nicht unbedingt Beweise, Zeugnisse oder Urkunden, um die Kompetenzen formal zu belegen. Dennoch wenden wir sie oft tagtäglich an. Es lohnt sich,  auf die Suche nach persönlichen Stärken zu gehen, um sich ein bewusstes Bild über die eigenen Kompetenzen zu machen.

 Was heisst das nun für die Selbstführung und die Führung von Mitarbeitern?

Nun könnte der Eindruck entstehen, man solle sich in der Persönlichkeits- und Kompetenzentwicklung nur auf den eigenen Stärkenkompass konzentrieren.

Diese Sichtweise wäre, wenn es um persönliche Entwicklung geht, nicht zielführend und geradezu wachstumshemmend. Vielmehr geht es darum, seine persönlichen Stärken bewusst (an-)zuerkennen und seine „übersteigerten Qualitäten“ als Handlungsbedarf zu begreifen, die jeweilige Qualität zu regulieren. Hierin besteht oft die wahre Herausforderung, denn die übersteigerte Qualität zeigt sich gern in Stresssituationen. Und genau da fangen die Konflikte mit Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern an.

Führt eine Führungskraft beispielsweise ausschließlich stärkenorientiert, besteht die Gefahr, dass konstruktive Rückmeldungen, die zu Wachstum und Entwicklung führen sollen, in einer undifferenzierten „Lobkultur“ enden, die möglicherweise zu einer schwach ausgeprägten „Konflliktkultur“ führen kann.

Stärkenorientiert führen bedeutet vielmehr, die individuellen Stärken der Teammitglieder herauszuarbeiten, sie entsprechend einzusetzen und bewusst, gezielt und transparent an Stellen zu fordern, an denen sie wachsen und lernen können, ihre übersteigerten Qualitäten  besser zu regulieren. Hier ist es vielmehr die Aufgabe einer Führungskraft, sich im Dialog die Herausforderung des Mitarbeiters zu erarbeiten und sie in einem ersten Schritt nicht als Schwäche zu deklarieren sondern sie dabei zu unterstützen die Bedeutung einer „übersteigerten Qualität“ anzuerkennen.

Deine persönlichen Stärken zu leben und an ihnen zu arbeiten sollte eine der ersten Aufgaben sein, die du dir in der Entwicklung deiner Kompetenzen und deiner Persönlichkeit auf die Fahne schreibst- sie sind dein Kapital! Die übersteigerten Qualitäten lassen sich auf dieser Basis dann konstruktiv und zukunftsgerichtet bearbeiten.

Ich wünsche dir viel Erfolg. 

Lebe.Lerne.Wachse.

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