Kompetenzen in Zeiten des HomeEYERYTHING - 5 Strategien, um HomeEVERYTHING zu meistern

Uncategorized Apr 03, 2020

Homeoffice- Homeschool- Homelunchroom- Homegym - HomeEVERYTHING???

Es ist ein Märchen, dass wir aktuell genauso produktiv sein können, wie in Zeiten von Kinderbetreuung, Schule und die Unterstützung von Großeltern und Babysittern.

Wir sind gefordert, müssen uns neu organisieren, jeden Tag neu prüfen, ob die Tagesstruktur, die gestern für die HomeEVERYTHING-Familie funktioniert hat, heute auch noch funktioniert, oder ob wir einen anderen Weg einschlagen müssen. Dafür sind Ideen, wie es funktionieren könnte, Ideen, wie es bei anderen funktioniert und Ideen, die vielleicht zunächst  merkwürdig erscheinen, aber zumindest eine Option darstellen, notwendig. Die gute Nachricht ist: all das ist, rein formal gesehen, Kompetenzaufbau!

Wer im Homeoffice schon auf Erfahrungen zurückgreifen kann, ist aktuell wahrscheinlich im Vorteil. Andere starten gerade erst und erproben verschiedene Strategien und freuen sich, sich von Strategien, die bei anderen funktionieren, Inspiration zu verschaffen. Aus diesem Grund teile ich diese 5 Strategien, die sich als meine Kernstrategien in den letzen Wochen herausgestellt haben:

  1. PRODUCTIVE ZONE: Die räumliche „Produktive Zone“: Es ist wichtig, einen Arbeitsplatz zu haben, der eine produktive Umgebung darstellt. Selbst, wenn es keinen eignen Raum dafür gibt, kann ein sauberer, gut aufgeräumter Esstisch dafür herhalten. Wichtig ist, dass hier ein Ritual etabliert werden kann, um sich selbst ein Zeichen zu geben: jetzt geht die Arbeit los. Am besten ist es, jeden Tag den gleichen Ort zu wählen. Wenn du eine Familie hast, ist es hilfreich, wenn auch die Kinder diese Arbeitszone weitgehend respektieren; Schulkindern hilft eine eigenen Arbeitszone. Sicherlich ist das mit zunehmendem Alter der Kinder immer besser möglich. Mit ganz kleinen Kindern hilft es wahrscheinlich eher, sich die Arbeitszeit etwas aufzuteilen und sich mit dem Partner/der Partnerin abzuwechseln.  Jedenfalls sollte dann eine räumliche Distanz möglich sein, um produktiv und weitgehend ungestört arbeiten zu können.
  2. SCREEN TIME UND TAGESROUTINEN: Du verbringst viel Zeit vor dem Bildschirm und in Videocalls? Gib dir bewusste Pausen von den Bildschirmen. Ich empfehle  die 1-2-3 & 3-2-1 Strategie: Morgens: Die erste Stunde des Tages: Selfcare, du sorgst für einen guten Start in den Tag mit Aufstehen, ggf. einer kurzen Sporteinheit und machst dich selbst fertig für den Tag. Die Kinder schlafen noch oder hören in dieser Zeit ein Hörbuch, malen, schauen sich ein Buch an, etc. In der zweiten Stunde ist die Familie dran: Kinder wecken, beim Anziehen helfen, gemeinsames Frühstück, gemeinsames Aufräumen. In der dritten Stunde beginnt die Arbeitszeit: Die Kinder in den Homeschooling - Tag begleiten und selbst die Wichtigsten Dinge für die Arbeit tun. Möglicherweise bist du hier schon vor dem Computer; jedoch empfehle ich, die mails erst danach zu checken, denn: in dem Moment, in dem du mails liest, gerät höchst wahrscheinlich deine persönliche Priorisierung deiner Aufgaben in Gefahr. Eine Mail kommt rein und du ziehst sie deinen gesetzten Prioritäten vor; damit würdest du mehr Dringliches als Wichtiges erledigen und das bringt dich in den wichtigen Themen wahrscheinlich nicht voran. Abends wird runter gezählt. 3 Stunden vor dem Schlafen gehen solltest du aufhören, dich mit Arbeitsthemen zu beschäftigen. 2 Stunden vor dem Schlafen gehen solltest du keine „Scroll- Medien“ mehr nutzen, 1 Stunde vor dem Schlafen gehen solltest du gar keinen Bildschirm mehr nutzen - auch kein TV- ein Buch, eine Zeitschrift, oder ein Hörbuch sind Alternativen zum Ausklang des Tages. Insbesondere lohnt es sich hier darauf zu achten , den Tag nicht mit Themen die dir Angst machen, dich zweifeln lassen oder Unsicherheit auslösen, abzuschließen, um einen erholsamen Schlaf zu fördern. 
  3. 30 SEKUNDEN: Selbstbeobachtung: wovon lässt Du dich ablenken? Sich selbst zu beobachten, wovon du dich ablenken lässt,  was davon du zulassen kannst und musst und was davon du aktiv abstellen kannst. Push Nachrichten auf dem Handy, Waschmaschine, Küche aufräumen? Kinder beim Homeschooling unterstützen? Gerade die jüngeren Kinder brauchen jetzt unsere methodische und inhaltliche Unterstützung. Eine Frage hier, eine Rückmeldung da- Unterbrechungen, die dich zwar aus dem Konzept bringen, aber sehr wichtig für dein Kind sind. Nun brauchst du eine Strategie, um schnell wieder zurück ins Thema zu finden. Meine Lieblingsstrategie ist: 30 Sekunden mit der unterbrochenen Aufgabe beschäftigen- du wirst sehen, dann bist du drin…. In der Aufgabe.. nicht in der Ablenkung.
  4. DOING LIST- KNSS: Eine vorbereitete To Do Liste spart Zeit: Die To Do Liste sollte jeweils am Vortag verfasst werden. Es hilft, wenn sie im Verbalstil und möglichst differenziert ausformuliert ist: Anstelle von:  „Blogartikel“, sollte stehen: „Blogartikel über xyz schreiben“. Das hat den Vorteil, dass bereits klar ist, was genau zu tun ist. Es wurde bereits ein Thema gewählt und kann nun direkt abgearbeitet werden. Ich nenne es die „KNSS“- die konkreter nächster Schritt Strategie der Produktivität. Das spart Zeit in der Abarbeitung der fälligen Aufgaben.
  5. SEPERATOR- MENTALES ORTSSCHILD: Der gedankliche „Seperator“: Im Homeoffice verlaufen die Grenzen zwischen Arbeit und Privat- oder Familienleben fließend. Neben einer definierten Arbeitsumgebung ist ein mentales „Ortsschild“ hilfreich. Stell Dir ein Ortsschild am Ortsausgang  vor: Oben steht ARBEIT unten Freizeit. Das gleiche Bild hilft Dir auf dem Weg zurück in die Freizeit. Oben steht FREIZEIT unten steht Arbeit und ist durchgestrichen.  Nun ist dein Alltag mit Familie eventuell schwierig zu koordinieren, da du nebenbei deine Kinder bei ihren Homeschooling- Aufgaben unterstützen oder kleinere Kinder beschäftigen musst. Auch hier hilft dir das Bild mit den verschiedenen Ortschaften des Tages. Die Ortschaften heissen dann vielleicht ARBEIT- HOMESCHOOL- HOME- KINDERGARTEN oder ähnlich. Und hinzu kommt ein neues hilfreiches Selbstverständnis. Du lebst nun quasi das Leben eines Vertrieblers, der sich immer wieder ins Auto setzt und zu einem anderen Kunden fährt und sich auf einen neue Situation einstellen muss. So fährst du von Station zu Station durch deinen Arbeitsalltag. Es ist wichtig, dass du dir ein Bild oder ein Ritual als „Seperator“ setzt, es hilft, schnell wieder ins Arbeiten zu kommen, nicht genervt zu sein, wenn du schnell mal eben die Rolle wechseln musst, und es hilft, sich den verschiedenen Aufgaben und Rollen in der Situation zuzuwenden.

 Eins ist klar: hier sind enorme methodische Kompetenzen und personale Kompetenzen gefordert UND es gibt kein Patentrezept. Strategien und Methoden, die bisher funktioniert haben, wollen nun angepasst, überdacht oder ganz über Bord geworfen werden und das manchmal täglich. Das alles ist Kompetenzaufbau: denn eine Kompetenz ist umso ausgeprägter und belastbarer, wenn sie in verschiedenen Kontexten und unter unterschiedlich schwierigen Bedingungen angewendet und angepasst wurde. Diese Zeit ist herausfordernd, sie besteht aus „Trial und Error“- sie ist die Schule des Lebens, in der wir 70% aller Fertigkeiten, die für unsere Tätigkeit notwendig sind, erlernen. Ich möchte dich ermutigen- mach weiter, probiere neue Dinge aus und finde deinen passenden Weg durch die HomeEVERYTHING Zeit.

Und was wir Eltern hier mitnehmen können ist wertvoll: wir sind nun gewappnet für die Zeit nach dem Homeoffice, wenn unsere Zwerge krank zu Hause sind, wir nicht ins Büro können: wir haben einen ganzen Rucksack voll von Strategien, wie wir dennoch weitgehend produktiv sein können.

In diesem Sinne: Lebe. Lerne.Wachse- Wir halten durch! 

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Bis dahin: Lebe.Lerne.Wachse.